Geologie der Antarktis
23. Juli 2010 Hinterlasse einen Kommentar
Auch wenn man sich unter all dem Eis kaum mehr Gestein vorstellen kann, besteht die Antarktis tatsächlich aus einem großen Festland, das den berühmten Sechsten Kontinent ausmacht. Genauer gesagt liegt der Kontinent Antarktika, wie die exakte Bezeichnung lautet, im Zentrum einer Kontinentalplatte, umgeben vom mittelozeanischen Rücken. Getrennt wird er durch das Transantarktische Gebirge in die West- und Ostantarktis. Die vorgelagerten Südlichen Shetlandinseln liegen auf einer eigenen Mikrokontinentalplatte.

Foto: Christian Revival Network
Die Ostantarktis hat mit 3 Milliarden Jahren altem Gestein das älteste des Kontinents, deutlich jünger ist dagegen die Westantarktis. Diese ist entstanden durch die Anlagerung von Mikrokontinentalplatten an die Osthälfte in der Epoche des Jura. In der Kreidezeit kam es dann zu einem Rifting – einer tektonischen Verschiebung – und es entstand der Bentley-Graben in der Dehnungszone zwischen den Erdplatten. Das jüngste Gestein ist auf der antarktischen Halbinsel zu finden, die nur etwa 80 bis 60 Millionen Jahre alt ist. Forschungen ergaben, dass die Seymourinsel und die Halbinsel nicht immer in kalten Polarzonen gelegen haben, denn viele verschiedenartige Fossilien, die heute nicht mehr in diesen Klimazonen leben könnten, weisen auf diesen Wandel hin. Besonders beeindruckend ist auch, dass unter all dem Eis nicht nur Gestein, sondern auch noch ein ganzer Vulkangürtel liegt. Die Vulkane sind noch aktiv und einer der höchsten ist der 3800m hohe Mount Erebus auf der Ross-Insel. Hier treffen also nicht nur die vier traditionellen Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft direkt aufeinander, sondern auch verschieden Kontinentalplatten, Urzeiten und Entwicklungsstadien. Ein Grund mehr für die Faszination über die Antarktis.