Unterwasserwelt der Antarktis

Bizarr anmutende Spinnen- und Asseltiere, eigenartige Korallen und undefinierbare Geschöpfe zwischen Fisch, Krebs und Pflanze – das ist unter der dicken Eisschicht der Antarktis zu finden.

Nur wenige Arten können bei den extremen Temperaturen und der ewigen Dunkelheit überleben und doch gibt es über 4100 antarktische Spezies, die nur dort vorkommen. Dazu kommen geschätzte 15.000 Arten, die sich im Laufe der Jahre angepasst haben und Millionen von Schwämmen, Seesternen, Muscheln, Schnecken und Seelilien. Fische gibt es im Vergleich zu den anderen Weltmeeren nur vereinzelt und es überleben nur Eisfische, die mit Temperaturen unter den Gefrierpunkt zurechtkommen.  All diese Arten können nur dadurch überleben, dass sie ein körpereigenes Frostschutzmittel haben, das sich aus verschiedenen Proteinen zusammensetzt. Doch auch andere Faktoren erschweren das Leben in der antarktischen Tiefe: der Magnesiumgehalt beispielsweise ist so hoch, dass für einige Krabbenarten, die keinen „Filter“ für diese Stoffe besitzen, wie andere Tiere ihn haben, das Magnesium eine lähmende Wirkung hat. In dem extrem kalten Wasser ist die Konzentration so hoch, dass die Krabben regelrecht ins Koma fallen würden.

Foto: habi

Größere Tiere wie Wale, Robben und Seeleoparden sind in höheren Wasserlagen zu finden und bieten eine agile Abwechslung zur stillen und trägen Welt in der Tiefe. Aus seiner Ruhe gebracht wird der Meeresboden nur, wenn Teile von Eisbergen abbrechen und ins Meer rutschen. Häufig gleiten sie mit einer solchen Masse und Geschwindigkeit ins Wasser, dass sie auf dem Boden aufstoßen, dort weiter rutschen und so tiefe Furchen ziehen, die sämtliches Leben darin auslöschen. Was vorerst eine Katastrophe für die Meeresbodenbewohner bedeutet und noch Jahre später regelrechte Narben erkennbar hinterlässt, ist letztlich wichtig für die Artenvielfalt. Diese wird nämlich dadurch erhöht, dass sich in die Spuren der Eisberge nach und nach Arten ansiedeln, die bisher nur in benachbarten Gebieten zu finden waren und sich nun durch neuen Platz ausbreiten können. So ist für ständigen Austausch gesorgt und nur der Eisberg landet irgendwann auf seinem „Eisbergfriedhof“, wie höhere Lagen genannt werden, die rutschende Eisbrocken aufhalten und dort zum Stillstand bringen.

Auch wenn man keine farbenfrohen Korallenriffe wie in den Tropen erwarten kann, ist die Unterwasserwelt der Antarktis beeindruckend und nicht nur die riesigen Eiswände, die sich neben den Tauchern aufbäumen, werden in Erinnerung bleiben. Allerdings sind die Tauchgänge begrenzt : selbst die erfahrensten Taucher mit bester Ausrüstung halten es selten länger als 45 Minuten in den eisigen Tiefen aus.

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